Medizinische Betreuung beim alpinen Damen-Europacup

24
Jan

Von 10. – 16. Januar fanden in Orcières – Merlette 1850 (Frankreich) je zwei Abfahrten und Riesenslaloms statt. Wegen der weiten Entfernung bis zur „Région Sud – Provence Alps“ (von hier knapp 1000 km) erfolgte die Anreise bereits am Samstag, den 08. Januar. Der Sonntag war für freies Skifahren auf den Trainingsstrecken vorgesehen, was bei Schneefall und Nebel jedoch zum Tiefschneefahren mutierte. Auf Grund der Schneemassen konnte am Montag zwar bei strahlendem Sonnenschein, der uns die ganze Woche begleitete, und Temperaturen von unter – 10° die Streckenbesichtigung, nicht aber das vorgesehene 1. Training stattfinden. Am Folgetag zeigte sich die Abfahrtsstrecke in einem optimalen Zustand, aber bereits während der Besichtigung nahm der Wind zu, so dass wieder kein Training abgehalten werden konnte. Also war – wie so oft bei einem Freiluftsport – Umplanung angesagt: Mittwoch zwei Trainings, Donnerstag und Freitag dann je eine Abfahrt. Beinahe wäre das Training am Mittwoch wieder dem Wind zum Opfer gefallen, aber zum Glück nahm die Windgeschwindigkeit ab und nach einer zeitlichen Verschiebung durften dann die Läuferinnen endlich im Renntempo zwei Mal auf die Strecke mit dem klangvollen Namen Camille Ricou. Für alle sieben DSV – Läuferinnen war sie „Neuland“, denn hier gab es bisher nur Herrenrennen. Ein Start in 2440 m Höhe und Zielankunft auf 1850 m bedeutet einen Höhenunterschied von 590 m und das alles in knapp 1 ½ Minuten! Die harte und teils eisige Piste bedeutete eine maximale Herausforderung für alle Teilnehmerinnen. Das Siebener-Team des DSV schlug sich bei den Rennen gut.  Einige erzielten ihre besten Europacupplatzierungen. Am wichtigsten aber war die Tatsache, dass es keine Verletzungen gab.

Dr. med. Jürgen Winter
Dr. med. Jürgen Winter

Was macht denn eigentlich der Mannschaftsarzt die ganze Zeit? Der Tag beginnt bereits in der Morgendämmerung mit der Jurybesichtigung, an der alle Trainer und die Offiziellen der FIS (int. Skiverband) und des Veranstalters teilnehmen. Dann begleitet er die Läuferinnen bei den Einfahrläufen und der Besichtigung der Strecke. In meinem Fall übernehme ich, als ehemaliger Rennläufer und Trainer, immer die oberste Trainerposition u.a. für Videoaufzeichnungen und Streckeninfos an die Läuferinnen. Der Notfallrucksack ist ständige Begleiter, was das Skifahren bzw. Rutschen nicht einfacher macht. Am Nachmittag werden dann evtl. körperliche Probleme der Läuferinnen mit dem Physiotherapeuten erörtert bzw. selbst „Hand angelegt“. Zum Abschluss des Tages gibt es dann noch das Teammeeting mit einem Résumé des Tages und der Planung für den Folgetag. Mein Fazit: Keine Verletzungen, gute Leistungen und Stimmung im Team sowie traumhafte Tage bedeuten für mich, dass ich irgendwie Urlaub hatte.

Impressionen